Fülliger als die "Schande von Kyoto"

Top Technics: Promotion

Von Peter Littmann

Viele Leute finden Globalisierung bedrohlich. Kulturelle Grenzen sind in Auflösung, eine unaufhaltsame Flut an Büchern, Filmen und Musik schwappt um die Erde, inzwischen tragen „Fashion Victims“ rund um den Globus die gleichen Handtaschen, Brillen und Uhren. Kritiker fürchten schon eine Art globale Identitätskrise. MTV wird weltweit von über einer Milliarde Leute geguckt und Ikea hat inzwischen sieben Shops in China. 

In Shanghai gibt es einen Barbie-Store über sechs Etagen mit einem Luxus-Spa, „Barbitinis“ an der Bar und Barbie-Pralinen aus der Hand eines australischen Chocolatiers. Dafür findet sich in Europa inzwischen an jeder Ecke eine Sushibar.
Japaner dagegen essen immer westlicher. Die landestypische Diät aus Fisch, Gemüse, Reis und Tofu wird abgelöst von amerikanisch geprägter Ernährung. Die traditionelle Esskultur verhalf Japanerinnen zur höchsten Langlebigkeit im internationalen Vergleich – die nun schrumpft, weil Coca-Cola, Eis, Pommes und Burger nun mal das Leben verkürzende Herzkreislaufprobleme machen. Doch in Japan nimmt nicht nur die Mortalitätsrate zu, sondern auch die Hüft- und Brustumfänge der Damen. Japanerinnen werden kurvig – und das ist aus männlicher Sicht endlich mal was Positives aus dem Hexenkessel der Globalisierung.
Der Trend heißt „dick-dünn-dick“ oder „bon-kyu-bon“ und meint die weiblichen Maße. Anfänglich waren große Brustumfänge, generöse Ausschnitte und knappe Tops nur die Spezialität von Starlets und Popstars wie Kumi Koda, die dafür 2003 als „Schande von Kyoto“ bekannt wurde. Inzwischen jedoch ist der Hüftumfang einer 20jährigen drei Zentimeter länger als der ihrer Mutter, auch ist sie im Schnitt sieben Zentimeter größer als die Frau Mama und nicht nur die weiblichen Rundungen, sondern auch der Wunsch, sie dekolletiert zu präsentieren, sind im Mainstream angekommen. Das ist eine feine Sache.
Auch gegen die modischen Innovationen, die diese Entwicklung auslöste, ist nichts einzuwenden. Einerseits nehmen die Hersteller die früher üblichen Füllmittel aus den BHs für die von Haus aus gut bestückte Dame, andererseits sind „Showy Bras“ der Renner in den Kaufhäusern in Tokios Modedistrikt Shibuya. Es gibt sie in allen Farben und Mustern – sie sollen unter offen getragenen Blusen und Jacken herauslugen. Auch westliche Hersteller mit Vertrieb in Asien freuen sich: Neuerdings passen mehr Japanerinnen besser in für Europäer geschnittene Ware.
Deutlich weniger eindrucksvoll sind allerdings Produkte und Marketing für die japanischen Damen, die oben rum immer noch nicht mithalten können. Da gibt es beispielsweise schreiend Pink verpackte „F Cup Cookies“, also Kekse, die angeblich Brust vergrößernd wirken. Essen ist günstiger und macht schließlich mehr Spaß als Schönheitsoperationen! Was da wohl an Wirkstoff drin ist? Vermutlich Zucker und Fett – das erfüllt auf die Dauer den Zweck. Wer nicht auf Süßkram steht, für den gibt es „Bust up Gums“. Der trainiert nicht etwa nur die Kiefernmuskeln, sondern macht angeblich auch „größere, vollere und festere Brüste“. Außerdem darf die Kundin laut Werbung von dem Kaugummi auch „verbesserten Kreislauf, gesündere Menstruation, Erleichterung bei Wechseljahrs-Symptomen und schönere Haut und Haare erwarten“. Dazu ein „reduziertes Stress-Niveau“. Ob letzteres aus besserem Selbstwertgefühl dank runderem Aussehen resultiert oder tatsächlich was mit dem Kaugummi selber zu tun hat, ist ohne tiefer gehende Japanisch-Kenntnisse nicht zu eruieren.
Beworben wird auch eine „Pretty Pink Nipple Cream“, die tun soll, was ihr Name sagt. Wirklich? Es steht dem Europäer nicht zu, über den Sozialdruck unter japanischen Teenagern zu lästern oder den Mangel an emanzipatorischem Elan unter ihren Müttern, wohl aber können wir unser eigenes Marketing beurteilen. Nicht, dass Nippon nun Benchmark wäre, aber im Vergleich zu dem, was asiatischem Publikum vorgesetzt wird, ist unsere oft nur zu recht belächelte Werbung Weltklasse. Es wäre also zu schön, wenn sich nicht nur Essgewohnheiten, Schönheits-Ideale und Moden globalisieren würden, sondern auch Mindestanforderungen.

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